.

.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Kann eine genossenschaftliche Initiative den Mietwucher beenden?


In diesem Jahr gedenken wir dem 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen (gelebt vom 30.03.1818 – 11.03.1888). „Ihm ging es vornehmlich um die ländlichen  Gebiete in seinem Umfeld - in seiner rheinischen Gebirgsgegend, dem Westerwald“, ergänzt der Genossenschaftsexperte und Vorstand der Cooperative Consulting eG, Olaf Haubold.   

Raiffeisen erkannte schon 1854 als dortiger Bürgermeister:
„Auch in unserem Amtsbezirk befinden sich unter der armen, ausgesogenen Bevölkerung Giftpflanzen, Wucherer, welche sich ein Geschäft daraus machen, die Not
ihrer Mitmenschen in herzlosester Weise auszunützen. Wie das gierige Raubtier auf das gehetzte und abgemattete Wild, so stürzen sich die gewissenlosen und habgierigen Blutsauger auf die hilfsbedürftigen und ihnen gegenüber wehrlosen Landleute, deren Unerfahrenheit und Not ausbeutend, um sich allmählich in den Besitz ihres ganzen Vermögens zu setzen. Eine Familie nach der anderen wird zugrunde gerichtet.“

Genossenschaftsberater und Genossenschaftsgründer Olaf Haubold, Vorstand der Cooperative Consulting eG: „Als Initiative gegen den „Geldwucher“ gründete er 1854 den ersten Darlehnsverein – der Anfang für die heutigen Volks- und Raiffeisenbanken war gemacht.“

Heute können viele Menschen ihre Mieten nicht mehr aus ihrem Einkommen bezahlen. Oft erreichen die Mietbelastungen 50 Prozent und mehr des monatlichen Einkommens. Aus den Medien erreichen uns Meldungen über Hausbesetzungen und Demonstrationen empörter Bürger. Was passiert da gerade? Nimmt das schon Züge des Mietwuchers an und brauchen wir heute - im 200. Geburtsjahr von Raiffeisen - wieder eine genossenschaftliche Initiative?

„Ich meine ja, zumal die ca. 2.100 Wohnungsgenossenschaften in Deutschland mit ihren ca. 2.9 Mio. Mitgliedern auch von Ihrer ursprünglichen Aufgabe – formuliert im
ersten Paragrafen des Genossenschaftsgesetzes – der Förderung ihrer Mitglieder abweichen. Deren Aufgabe soll es nicht nur sein, ihren Mitgliedern sozial verträglichen Wohnraum zur Nutzung anzubieten“, so Genossenschaftsberater Olaf Haubold.

Verwaltet werden in Deutschland heute ca. 2.2 Mio. Genossenschaftswohnungen,
das sind nur ca. zehn Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes und sichert nur ca. fünf Mio. Menschen das Grundrecht zu wohnen. Die Aufgabe der Wohnungsgenossenschaften sei es auch, ihre Mitglieder zu fördern, d.h. die zu viel entrichteten Beträge und somit die erwirtschafteten Überschüsse an ihre Mitglieder steuerfrei als genossenschaftliche Rückvergütung auszuschütten!

Haubold: „Im Ergebnis sollten die Nutzungsentgelte langfristig sinken und sich nicht – in Anpassung an die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung – noch oben bewegen! Die Mitglieder einer Genossenschaft sind nach dem Identitätsprinzip Unternehmer und Kunden ihrer Genossenschaft zugleich und entfalten gemeinsam eine Mitgliedergeschäftsbetrieb!“

Unter dieser Prämisse müssten nur immer mehr Menschen ihre Wohnungen von ihren teilweise noch kommunalen und privaten Eigentümern kaufen, diese in genossenschaftliches Eigentum überführen und gemeinsam verwalten! Diese Initiative sollte staatlich durch Bürgschaften und zinsgünstige Kredite für die neuen Genossenschaften staatlich gefördert werden! Das sei eine Förderung, die die Menschen erreicht!

Eine Förderung zur Errichtung von „Sozialwohnungen“ unterstütze dagegen wieder nur die Bauträger und Grundstücksspekulanten! Das Wohnen in einer Sozialwohnung wird dann schon als gesellschaftlicher Makel an sich empfunden. Eine Konzentration auf die Mietpreisbremse gehe zudem völlig in die falsche Richtung und könne unter privatwirtschaftlichen gewinnorientierten Gesichtspunkten nicht durchgesetzt werden.

„Nur das genossenschaftliche Eigentum und die gemeinschaftliche Selbstverwaltung in freier Selbstbestimmung bringt hier die Lösung! Das Volk aus Souverän des Staates ist aufgerufen, die genossenschaftliche Idee als Lösung des Mietwuchers im 200sten Geburtsjahr von Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu fördern! So kann eine genossenschaftliche Initiative den Mietwucher beenden“, fasst Genossenschaftsgründer und Genossenschaftsberater Olaf Haubold zusammen.





Dienstag, 29. Mai 2018

Genossenschaftswohnungen als letzter Ausweg

„Was haben München und Zürich gemeinsam? Ohne Genossenschaftswohnungen würden in beiden Städten viele Menschen auf der Straße leben“, meint Genossenschaftsberater und Genossenschaftsgründer Olaf Haubold. Sowohl Zürich als auch München zeichnen sich seit zehn Jahren - auf leicht unterschiedlichem Niveau dadurch aus, dass di Mietpreise weiter steigen. In Zürich kommt man bei einer Mietwohnung mit drei Zimmern schnell auf 2000 Schweizer Franken, was derzeit 1700 Euro entspricht. Das zahlt man in München auch schon. Und das sich das viele Menschen einfach nicht mehr leisten können, suchen sie nach Alternativen. In München beispielsweise werden derzeit viele Wohnungsgenossenschaften neu gegründet. Auch in Zürich bewegt sich, man will politisch motiviert auf einen Genossenschaftsanteil von 30 Prozent im Wohnungsbereich kommen. Hierzu gibt es Förderungen. Und in München werden Genossenschaften inzwischen bei der Baulandvergabe bevorzugt. „Die absolut richtige Weichenstellung“, so Genossenschaftsexperte Olaf Haubold.

Donnerstag, 24. Mai 2018

Erste Genossenschaft der Caritas

„Es hat Vorzeigecharakter, was die Neue Westfälische Zeitung unlängst berichtete“, erklärt Genossenschaftsberater und Genossenschaftsgründer Olaf Haubold. Danach ist die "Caritas-Dienstleistungs- und Einkaufsgenossenschaft im Erzbistum Paderborn" (cdg) die erste und bisher einzige Genossenschaftsgründung der Caritas in Deutschland. 16 Verbände und Träger der Caritasaus dem Erzbistum Paderborn haben sie laut Neue Westfälische Zeitung im Katholischen Centrum in Dortmund gegründet. „Der Name ist dabei Programm", erklärte Patrick Wilk, Vorstand des Caritasverbandes Paderborn, der bei der Gründungsversammlung zum Vorstandsvorsitzenden der neuen Genossenschaft gewählt wurde. „Die Genossenschaftsgründung erhöhe für die Verbände unterschiedlicher Größenordnung die Planungssicherheit“, fasst Genossenschaftsexperte Olaf Haubold eine wichtige Intention dieser Genossenschaftsgründung zusammen.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Genossenschaften verbessern die Voraussetzungen für Kaffeebauern

„Kaffee wurde in den letzten Jahren immer günstiger, obwohl die Kosten hierfür nicht gesunken sind. Die Kleinbauern sind also die Leidtragenden, die immer weniger Geld für ihre Arbeit bekommen“, erklärt Genossenschaftsberater und Genossenschaftsgründer Olaf Haubold. Dagegen engagieren sich seit Jahren Fair Trade-Organisationen, die gezielt Kleinbauern unterstützen. Laut Claudia Brück, Vorstandsmitglied und Pressesprecherin von Transfair e.V., kommt dabei fair gehandelter Kaffee ausschließlich von Kleinbauern, Familien und Organisationen im globalen Süden. Diese Kooperativen und Genossenschaften haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam einen Weg aus der Misere zu finden. Sie wollen gute Strukturen aufbauen, dass sie ihren Kaffee unter menschenwürdigen Bedingungen anbauen und von ihrer Hände Arbeit leben können. Damit dieser Kaffee auch einen Markt bekommt, gibt es Organisationen wie Transfair“. (Interview aus Focus Online) Das Beispiel zeigt wieder einmal, wie wichtig Genossenschaftsmodelle gerade in den ärmeren Ländern sind“, so Genossenschaftsexperte Olaf Haubold.



Dienstag, 15. Mai 2018

Energiegenossenschaften und Ausschreibungen für Wind- und Solarenergie

 „Die Angst, dass Energiegenossenschaften durch Ausschreibungen für Wind- und Solarenergie verdrängt werden können, prägte auch den diesjährigen Bundeskongress genossenschaftliche Energiewende in Berlin“, erklärt Genossenschaftsberater und Genossenschaftsgründer Olaf Haubold. Im ersten Veranstaltungsteil diskutierten die 250 Teilnehmer mit Vertretern der Politik und der Energiewirtschaft kontrovers über die weiteren Chancen von Energiegenossenschaften in den Ausschreibungsverfahren. Die Umstellung auf Ausschreibungen im Windenergiebereich wird von Bürgerenergie-Vertretern massiv kritisiert. „Einig war man sich in der Erkenntnis, dass die ‚Bürgerenergieregel’ im Erneuerbare Energien Gesetz nicht bestehen bleiben dürfe, um die Chancen für Energiegenossenschaften zu verbessern“, so Genossenschaftsexperte Olaf Haubold.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Mexikos Finanzdienstleistungen durch Genossenschaften stärken

„Noch immer hat rund die Hälfte der mexikanischen Bevölkerung keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen“, erklärt Genossenschaftsberater und Genossenschaftsgründer Olaf Haubold. Hieran sollen genossenschaftlich organisierte Finanzgesellschaften etwas ändern. Wie ein vom BMZ gefördertes DGRV-Projekt zeigt, sind in den letzten 10 Jahren mehr als drei Millionen neue Mitglieder in Finanzgenossenschaften in Mexiko registriert worden. Die finanzielle Inklusion in Mexiko mit Unterstützung der Spar- und Kreditgenossenschaften war auch das zentrale Thema eines Arbeitstreffens deutscher Vertreter der Entwicklungszusammenarbeit mit mexikanischen Genossenschaften in Mexiko-Stadt. Die Teilnehmer bekräftigten, dass die Kooperation zwischen den genossenschaftlichen Branchen gestärkt werden müsse. Im Fokus stehen dabei die Landwirtschaft und die Energiewirtschaft. „Insbesondere die Erfahrungen mit den deutschen Energiegenossenschaften können sehr wertvoll für die mexikanische Energiewende sein“, so Genossenschaftsexperte Olaf Haubold.




Dienstag, 8. Mai 2018

Sinnvolle Synergie zwischen Wohnungs- und Energiegenossenschaften

„Das Kooperationsmodell zwischen Wohnungs- und Energiegenossenschaften bietet sich wirklich an“, sagt Genossenschaftsberater und Genossenschaftsgründer Olaf Haubold. Auf der anderen Seite haben Energiegenossenschaften das erforderliche Know-how für die Planung, Entwicklung und das Betreiben von Energieprojekten – insbesondere dann, wenn Bürgerbeteiligung eine wichtige Rolle spielen soll. Auf der anderen Seite verfügen Wohnungsbaugenossenschaften über das spezifische Wissen, das für die Pflege und Weiterentwicklung ihres Gebäudebestands erforderlich ist. Das Kooperationsmodell zwischen Wohnungsbau- und Energiegenossenschaften eröffnet dabei für beide Parteien den Markt zum Geschäftsfeld Mieterstrom. Während Energiegenossenschaften ein neues Geschäftsfeld hinzugewinnen, geht es der Wohnungswirtschaft über diesen Weg darum, eine kostenverträgliche Versorgung für die Mieter zu gewährleisten“, erläutert Genossenschaftsexperte Olaf Haubold.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Genossenschaften für jeden Lebenszweck

„Die Rolle der Genossenschaften wird oftmals unterschätzt“, erklärt Genossenschaftsberater und Genossenschaftsgründer Olaf Haubold. So würden sich Genossenschaften für nahezu alle Bereiche der Wirtschaft, aber auch für viele soziale Aufgaben anbieten. Genossenschaften würden dabei zunehmend Aufgaben übernehmen, die eigentlich der Staat, die Länder oder Kommunen leisten müssten. Si es bei Kindergrippen, Gemeinschaftshäusern, Einkaufseinrichtungen, um nur drei Beispiel zu nennen. Der große Vorteil besteht dabei darin, dass nicht Gewinnmaximierung im Vordergrund stände, sondern die gemeinschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen. Per Definition sind nämlich Gnossenschaften daraus ausgelegt, das Wohl ihrer Mitglieder zu mehren. „Die Genossenschaften füllen längst das Vakuum aus, das der Staat durch seinen teilweisen Rückzug aus öffentlichen Aufgaben hinterlassen hat“, so Genossenschaftsexperte Olaf Haubold.